Online-Käufe: So verhindern Sie ungewollte Ausgaben

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Was sind In-App-Käufe? 

Die wohl größte Gefahr für Kinder, ungewollte Kosten zu generieren, besteht innerhalb von Spielen und Apps auf Smartphone oder Tablet. Denn hier gibt es sehr oft die Möglichkeit Zusätzliches zu kaufen. Bei einem Spiel kann es die spieleigene Währung sein oder das Freischalten neuer Gegenden mit ein paar echten Talern. Was auf den ersten Blick nicht nach viel aussieht, kann aber ganz schnell zu unschönen Summen führen, die die elterlichen Nerven blank liegen lassen. Mehr zu den versteckten Kosten in vermeintlichen "Free to Play"-Spielen lesen Sie im Beitrag "Was bedeutet Free to Play?".

Abgesehen von der reinen Existenz der Möglichkeit innerhalb eines Spiels oder einer App Geld auszugeben, gibt es weitere Gründe, dass es vor allem zu ungewollten In-App-Käufen kommt.  

Diese Gründe können sein:  

  • Das Konto der Eltern ist mit dem Smartphone verknüpft, aber nicht geschützt. Das heißt, dürfen Kinder auf dem Smartphone der Eltern eigene Spiele spielen, besteht die Gefahr, dass In-App-Käufe unbemerkt geschehen.
  • Die Zugriffsrechte auf dem Smartphone oder Tablet wurden nicht kindersicher gemacht. Das betrifft die Geräte der Eltern genauso wie die eigenen der Kinder, auf denen zusätzliche Einstellungen vorgenommen werden sollten.
  • Werbung wird von Kindern nicht immer auch als solche erkannt. Das gilt nicht nur für Werbung innerhalb eines Spiels oder einer App, sondern auch auf Webseiten, auf denen Kindern gerne surfen.  

Helfen kann es, die Sicherheitseinstellungen am eigenen Smartphone zu überprüfen und anzupassen. Über eine App wie Google Family Link lassen sich zudem klare Regeln und Einschränkungen am Gerät des Kindes vornehmen. Mehr zum Thema und weitere Informationen sowie Tipps rund um Smartphones für Kinder finden Sie in unserem Beitrag Smartphones für Kinder.

 Mädchen ärgert sich über Online-Kauf am Handy

Wenn aus Versehen online oder innerhalb einer App Geld ausgegeben wird, ist das schlechte Gewissen groß. (Bild: AdobeStock/Africa Studio)

Formate in der Online-Werbung  

Wichtig ist es, dass Sie sich mit ihrem Kind zusammensetzen und sich die unterschiedlichen Arten bzw. Formate von Werbung auf Webseiten und innerhalb von Apps anschauen.  

Zu den Online-Werbeformaten zählen:

  • Pre-Rolls
    Das sind kurze Spots, die beispielsweise auf YouTube vor dem angewählten Film oder vor einem Computerspiel laufen. Diese kann man oftmals nach wenigen Sekunden überspringen.
  • Banner
    Sie erscheinen am oberen, unteren oder seitlichen Rand einer Website. Mit einem Klick landet man auf der Seite des Werbetreibenden.
  • Pop-ups
    Sie tauchen beim Öffnen der Seite in einem Fenster auf und lassen sich, oft über ein [x] leicht schließen. Versehentliches Draufklicken leitet direkt zur Webseite weiter.
  • Overlays
    Wie der Name schon sagt, legen sie sich über die komplette Seite und müssen weggeklickt werden, um zum Inhalt zu gelangen.
  • Logos oder die Nennung von Marken und Sponsoren
    Sie sind oft direkt in den Inhalt eingebunden und lassen sich nicht davon unterscheiden. 
  • Gewinnspiele und Verlosungen
    Sie sind besonders verlockend und knifflig. Denn die unterstützenden Werbetreibenden fordern oft die Eingabe von Daten zur Teilnahme. 
  • In-App-Werbung
    Innerhalb eines Spiels, tauchen oft Werbevideos zu anderen Spielen auch. Entweder, um kostenlos zusätzliche spieleigene Währungen zu bekommen oder als Voraussetzung für den kostenlosen Bezug der App. Bei einem versehentlichen Klick auf ein derartiges Werbevideo sollte außer einer Weiterleitung nichts passieren. Doch auch versteckte Abos und automatische Downloads können sich hier verstecken.  

Am besten ist es, wenn Sie mit ihrem Kind klare Regeln festsetzen. Das kann über einen Mediennutzungsvertrag oder durch oben erwähnte Sicherheitsapps geregelt werden.

Junge bekommt Taschengeld

Taschengeld darf meist nur bar ausgegeben werden. (Bild: AdobeStock/gourmetphotography) 

Taschengeld darf nicht online ausgegeben werden  

Beim Online-Einkauf gelten die gleichen Regeln wie beim normalen Einkaufen und Tätigen von Bargeschäften. Ein Kaufvertrag mit Minderjährigen erfordert grundsätzlich die Zustimmung der Eltern. Bestellen Kinder und Jugendliche auf eigene Faust, ist dieser Vorgang ungültig. Erteilen die Eltern im Nachhinein ihre Zustimmung, kann dies aufgehoben werden. Die meisten Produkte, die über das Internet bestellt wurden, können durch das gesetzliche Widerrufsrecht innerhalb von zwei Wochen nach Zusendung zurückgegeben bzw. -geschickt werden.  

Der Verbraucherschutz weist darauf hin, dass der Taschengeldparagraph bei Onlinebestellungen keine Gültigkeit hat. Taschengeld, das Minderjährige ab sieben Jahren grundsätzlich genehmigungsfrei ausgeben dürfen, wenn sich der Einkauf im Rahmen hält, muss bar und sofort ausgegeben werden. Besitzt ein größeres Kind ein eigenes Konto, gilt dies widerum nicht mehr.  

Dennoch: Loggt sich Ihr Kind über Ihr Online-Konto in einen Shop ein und kauft etwas, müssen Sie zahlen. Das gilt für einen normalen Online-Shop wie auch für ebay. In einem speziellen Fall auf eBay mussten die Erziehungsberechtigten den unerlaubten Shoppingausflug des Sohnes auf eBay zahlen. Das Amtsgericht Frankfurt hat dies 2010 entschieden, da die Nutzungsbedingungen des Shops die Haftung der Kontoinhaber*innen und deren Familienmitgliedern einschließen.  

 

Quelle:
SCHAU HIN!

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