"Das darfst du noch nicht gucken!" - Alles zum Thema Altersbeschränkung

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Du hast sie bestimmt schon einmal gesehen: Kleine Quadrate in weiß, gelb, grün, blau oder rot prangen in der unteren linken Ecke jeder DVD oder Blu-ray, die in Deutschland verkauft wird. Zusammen mit der darin angegebenen Zahl ergeben sie die Altersbeschränkung. Hat ein Film etwa ein grünes Quadrat mit einer 12 auf dem Cover, bedeutet dies, dass man mindestens zwölf Jahre alt sein muss, um ihn sich anzuschauen. Dasselbe gilt für alle anderen Altersbeschränkungen. Und nicht nur Filme werden geprüft: Auch Computer- und Videogames, CDs und Fernsehsendungen unterliegen der Prüfung eines bestimmten Gremiums, das darüber entscheidet, ab wie viel Jahren man das Programm konsumieren darf. Gerade wenn du schon ganz scharf darauf bist, endlich die nächste FSK-Hürde zu überspringen, um endlich die Filme gucken zu können, auf die du dich schon lange freust, fragst du dich sicher oft, wozu so eine Altersbeschränkung eigentlich gut ist!? Schließlich sorgt sie dafür, dass du bestimmte Filme - egal ob im Kino oder zuhause auf DVD und Blu-ray - noch nicht gucken darfst. Kieks.de klärt auf.

FSK Logos

In Deutschland gibt es fünf Altersstufen, nach denen die FSK Filme und Serien bewertet. Von "ab 0 Jahren" bis "ab 18 Jahren"

Alles was du über Altersbeschränkungen wissen musst

"FSK" ist die Abkürzung für "freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft". Menschen, die bei der FSK arbeiten, schauen sich die Filme vor Erscheinen an und legen fest, wie alt ein Mensch sein muss, um ihn sich anzuschauen zu können, ohne dass dabei eine dauerhafte psychische Beeinträchtigung zu fürchten ist. Um in Deutschland einen Film ins Kino oder auf DVD/Blu-ray auf den Markt zu bringen, ist eine FSK-Freigabe Pflicht. Wer keine hat, darf seinen Film nicht öffentlich bewerben und an Menschen unter 18 Jahren verkaufen. Aus diesem Grund gehört ein Gang zu FSK für jeden Filmverleih zum guten Ton. So ein Siegel ist quasi ein Zeugnis dafür, dass ihn vor der Veröffentlichung jemand begutachtet und bestimmt hat, dass das darauf gezeigte Bild- und Tonmaterial keinerlei illegale Inhalte aufweist.

Die eigentliche Freigabe - also die Bestimmung, ob ein Film ab 0, ab 6, ab 12, ab 16 oder sogar erst ab 18 zu sehen sein wird - ist von bestimmten Faktoren abhängig. Dazu gehören

  • die Darstellung von Gewalt
  • die Darstellung von Nacktheit und Sexualität
  • die Darstellung von Drogenkonsum
  • das Verwenden vulgärer Sprache (Schimpfwörter, Fluchen...)

Ted

Die Komödie "Ted" handelt von einem knuffigen Teddybären. Da dieser im Film jedoch sehr viel flucht und böse Worte sagt, ist der Film erst ab 16 freigegeben.

Wenn sich das FSK-Gremium einen Film anschaut, achtet es ganz besonders auf diese Faktoren, um zu bestimmen, ab wie viel Jahren man dazu in der Lage ist, derartige Darstellungen und ihren Kontext zu begreifen. In einem Film ab 0 oder 6 Jahren ist also in der Regel kaum bis überhaupt keine Gewaltdarstellung enthalten. Und wenn doch, dann fällt sie derart moderat aus, dass man schon als sechsjähriges Kind dazu in der Lage ist, sie zu verarbeiten und ihr Aufkommen zu verstehen. Außerdem sollten keinerlei Begriffe und Handlungen vorkommen, die einen schlechten Einfluss auf die geistige Entwicklung eines (Klein-)KIndes haben könnten. Dazu gehören zum Beispiel Schimpfworte. Filme ab 12 Jahren sind dahingehend schon etwas offener, zeigen Gewalt in einem moderaten und/oder inhaltlich klar einordnenden Maße und auch die Sprache darf nun bereits den ein oder anderen Kraftausdruck enthalten, ohne dass man eine Beeinträchtigung der Zuschauer:innen befürchten muss. Übrigens: Wusstest du eigentlich, dass es seit der Veröffentlichung von "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" (2012) die sogenannte "Harry-Potter-Regelung" gibt? Sie besagt, dass du dir auch unter zwölf Jahren einen ab 12 freigegebenen Film im Kino anschauen darfst, wenn dich eine erwachsene Person begleitet. Cool, oder?  

Filme ab 16 und ab 18 Jahren dagegen richten sich klar an ein (fast) erwachsenes Publikum. Und das ist auch ganz richtig so. Denn Insbesondere explizite Darstellungen von Gewalt können ein ungeübtes Kinderauge schon mal ziemlich überfordern, für Albträume sorgen oder gar tiefer sitzende Traumata auslösen. Im Laufe der geistigen Entwicklung eines Kindes oder eines/r Jugendlichen treten mit jedem Lebensjahr neue Reize auf, die es zu verarbeiten gilt. Die FSK-Freigabe sagt dir einfach, dass du für dieses oder jenes Bild (noch) nicht bereit bist und möchte dich vor den unschönen Konsequenzen schützen, die es haben kann, wenn du dir etwas anschaust, wofür du noch nicht bereit bist. 

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 2

Den neuesten Blockbuster im Kino schauen, obwohl du noch keine zwölf bist? Dank der "Harry-Potter-Regelung" kein Problem, solange ein Erwachsener dabei ist.

Altersbeschränkungen: Tipps für Eltern

Laut der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft haben die FSK-Bestimmungen grundsätzlich nichts mit einer pädagigischen Empfehlung zu tun. Verleiht das Gremium einem Film ein FSK-6-Siegel, bedeutet das also nicht, dass dieser Film explizit für Zuschauer dieser Altersgruppe empfohlen wird (für so etwas gibt es beispielsweise die Filmbewertungsstelle Wiesbaden, die besonders gelungenen Produktionen die Prädikate "wertvoll" und "besonders wertvoll" verleiht), sondern nur, dass er die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit nicht beeinträchtigt. Nicht nur deshalb macht es Sinn, dass die Eltern den Medienkonsum ihrer Sprösslinge regelmäßig unter die Lupe nehmen. In der Regel kennen die Eltern die geistige Reife von Sohn und Tochter am besten und können entscheiden, ob sich ein Programm für sie eignet oder eher noch nicht.

Insbesondere die breite Spanne zwischen der FSK-Freigabe ab 12 und der FSK-Freigabe ab 16 gerät immer wieder in die Kritik, da der geistige Reifeprozess in diesen vier Jahren in großen Schritten voranschreitet. Manch eine/r ist schon mit 14 in der Lage, Inhalte ab 16 zu verarbeiten. Andere wiederum sind bereits volljährig und mögen sich trotzdem keine explizite Gewalt anschauen. Aus diesem Grunde ist das Thema Medienerziehung von enormer Wichtigkeit. Schauen Sie mit ihrem Kind gemeinsam Filme und Serien, um sich einen Überblick über dessen Entwicklung zu verschaffen und gehen sie gemeinsam mit ihm die nächsten Schritte auf der FSK-Leiter. Dann haben am Ende alle einen guten Job gemacht.

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