Abgefahren: Biometrie als Ausweis der Zukunft

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Was ist Biometrie überhaupt? 

Keine Sorge, es hat nichts mit deinem Bio-Unterricht zu tun. Also zumindest nicht so richtig. Physiker und Software-Entwickler Dr. Gregor Mittag beschäftigt sich tagtäglich mit dem Thema Biometrie und weiß ganz genau, was dahinter steckt. Für Kieks hat er die wichtigsten Fragen beantwortet. 

Was heißt Biometrie?

Biometrie bedeutet, dass man Körpereigenschaften untersucht. Diese sind bei jedem Menschen einzigartig und besonders.

Ist das neu oder gibt es das schon?

Biometrie nutzt man schon sehr lange. Das bekannteste Verfahren sind Fingerabdrücke. Sie werden von der Polizei bei der Suche nach Verbrechern verwendet. Aber auch aktuelle Smartphones nutzen Fingerabdrücke und mittlerweile auch das Gesicht zur Erkennung des Smartphonebesitzers.

Es gibt auch ein paar ausgefallenere Biometrien, die noch nicht so weit verbreitet aber ziemlich cool sind. So sind die Iris (Auge) genauso einzigartig wie Venenmuster in der Haut, deine Hand- oder Ohrform oder deine Stimme. Selbst deine Handschrift kann helfen, dich von anderen zu unterscheiden. 

Ohr eines Kindes

Ohren sehen doch alle gleich aus. Denkste! (Bild: AdobeStock/ninell)

Das klingt ein bisschen wie Science Fiction. Wie wird das Realität?

Science Fiction ist ein gutes Stichwort, denn im Grunde wird aus Wissenschaft und Ideen etwas Neues geschaffen. Umgesetzt wird all dies durch Computerprogramme. So nimmt eine Kamera zum Beispiel das Bild einer Person auf, sendet dies an ein Programm, von dem es dann ausgewertet wird. Ein Softwareentwickler oder eine Entwicklerin hat dem Programm vorher mit Befehlen (Code) beigebracht, was mit den Daten des Bildes passieren soll. So vergleicht das Programm Gesichter und erkennt auch den Unterschied zwischen echtem Menschen und einem Bild, das vor die Kamera gehalten wird.

Ist Biometrie denn sicher?

Biometrie ist so sicher wie ein richtig gutes Passwort, aber viel bequemer. Denn biometrische Merkmale kann man nicht vergessen, sie sind immer da. Allerdings ist es möglich eine Biometrie zu fälschen, z.B. indem man ein Foto einer Person vor die Kamera hält. Die Erkennung solcher Täuschungsversuche wird allerdings immer besser und ist auch Aufgabe eines Software-Entwicklers.

Sollte eine Fälschung doch gelingen, besteht leider nicht die Möglichkeit einfach ein neues Gesicht zu nehmen, wie es bei einem geknackten Passwort der Fall ist. Deshalb müssen biometrische Daten besonders gut geschützt werden.

Fingerabdruck Scan

Vielleicht können wir irgendwann sogar Bustickets einfach per Fingerabdruck bezahlen.

Wie könnte die Zukunft der Biometrie aussehen? Was ist dabei besonders wichtig? 

Die Möglichkeiten von Biometrie sind vielfältig, aber es ist wichtig, dass ein Missbrauch der Daten ausgeschlossen wird. Das gilt für die Möglichkeiten, die wir schon nutzen genauso wie für neue Entwicklungen. Biometrische Daten wie Gesichtsmerkmale und Fingerabdrücke zu schützen, bleibt auch in Zukunft besonders wichtig. Dann kann diese Technologie das Leben leichter und sicherer machen.

Wie wäre es zum Beispiel, wenn du ganz ohne Schlüssel in die Wohnung kommst. Mit einem Iris-Scanner, also einer Kamera, die dein Auge erkennt, wäre das möglich. Dann musst du keine Sorge haben, den Schlüssel zu verlieren oder zu vergessen. Auch für politische Wahlen oder zum Bezahlen im Supermarkt könnten Biometrien in Zukunft eine sehr große Rolle spielen. Das heißt, dass deine biometrischen Merkmale in Zukunft tatsächlich dein eigener Ausweis sein können.

Hast du noch andere Ideen, wo und wie Biometrie den Alltag leichter machen könnte? Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Vielleicht hast du ja auch irgendwann Lust, zukünftig in dieser Richtung zu forschen und Neues zu entwickeln.

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