Palmöl: Das Nutella-Problem

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Woher kommt Palmöl? 

Die Diskussion über Palmöl ist keine neue. Schon länger steht unter anderem die Haselnusscreme Nutella für den umweltschädlichen Anbau von Palmöl in der Kritik. Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Es ist ein Pflanzenfett, das in sehr vielen Lebensmitteln, aber auch Kosmetikprodukten oder Waschmitteln zu finden ist. Das Tolle am Palmöl ist, dass man sehr viel aus den Früchten der Palme gewinnen kann, also einen hohen Ertrag hat. Das macht es auch günstiger als andere Pflanzenöle. 

Orang Utan Baby im Regenwald in Borneo

Der Orang Utan ist das Symbol der Regenwaldzerstörung, aber nicht sein einziges Opfer. (Bild: AdobeStock/Robert)

Der Regenwald als Opfer des Palmöls 

Die Ölpalme braucht es tropisch. Um zu wachsen muss es warm sein, der Boden reich an Nährstoffen und genügend Regen vorhanden sein. Diese Bedingungen bekommt die Pflanze im Regenwald. Doch dort wächst sie nicht einfach. Es wurde und wird noch immer wichtiger Regenwald abgeholzt, um neue Ölpalmenplantagen anzulegen. Darunter leidet die Artenvielfalt extrem. Vielen Tieren wird der Lebensraum genommen, sie finden nicht genug Nahrung und oft kommt die Rettung zu spät. Doch auch für unser Klima ist der Regenwald enorm wichtig. Denn er produziert für alle lebenswichtigen Sauerstoff und nimmt schädliches Kohlendioxid aus der Luft. 

Nachhaltigkeit bei Pflanzenölen 

Laut der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF ist ein kompletter Verzicht auf Palmöl oder das ausschließliche Nutzen anderer Öle keine Lösung. Denn müssen mehr Raps oder Sonnenblumen angebaut werden, verschiebt sich das Problem einfach auf andere Pflanzen und deren Anbaugebiete. Wichtig ist bei Palmöl und passenden Alternativen die Nachhaltigkeit. Sie spielt in allen Bereichen des Lebens eine Rolle, nicht nur bei Nahrung und Kleidung. Nachhaltig zu produzieren oder zu leben bedeutet, dass man bei allem, was man tut, immer an kommende Generationen und die Zukunft denkt. Da viel weniger oder nie wieder Palmöl zu benutzen der Wirtschaft und vielen Bauern schadet, wäre auch das nicht nachhaltig.  

Ölpalmen Plantage Malaysia

Die Idylle täuscht, denn hier wachsen nur noch Ölpalmen. Sonst nichts. (Bild: AdobeStock/Martin Pfeiffer)

Viel wichtiger ist es, bewusster zu produzieren. Das heißt nur das anzupflanzen und nur die Fläche zu benutzen, die man wirklich braucht. Dabei auf umwelt- und naturschützende Anbau- und Erntemethoden zu achten, gehört ebenfalls dazu. Statt immer mehr Regenwald abzuholzen, heißt Nachhaltigkeit beim Palmöl, vorhandene Fläche wieder zu nutzen. Denn über Jahrtausende gewachsener Regenwald lässt sich nicht einfach neu pflanzen. Er ist für immer verloren.

Was ihr tun könnt 

Achtet ganz genau auf die Inhaltsstoffe der Lebensmittel, die ihr kauft. Mittlerweile ist es zumindest auf Nahrungsmitteln Pflicht geworden, die Herkunft der Pflanzenöle anzugeben. Es gibt zwar noch kein allgemeingültiges Siegel wie zum Beispiel bei nachhaltiger Fischzucht, aber ein Sternchen * verweist schon bei vielen Produkten auf nachhaltigen Anbau. Wenn ihr darauf achtet und hin und wieder zu Palmölalternativen greift, habt ihr schon den ersten Schritt gemacht. 

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